Archive for Mai 2009

World Unite! hat die schönsten Teilnehmer:-)

Unsere Teilnehmerin Anousha aus Köln, die auf Sansibar eigentlich ein Praktikum im Bereich Mangrovenschutz durchführte, staunte nicht schlecht, als sie auf der Straße in Stone Town Zanzibar von einem japanischen Modedesigner angesprochen wurde, ob sie nicht für seinen neuen Katalog posieren wollte. Zusammen mit einem amerikanischen Fotografen und einem Team bestehend aus Stylistin, zwei Beleuchtungsassistenten und drei professionellen Models aus Amerika und Japan war der Designer auf der Insel, um seine neueste Kollektion „Earth Style“ ins rechte Licht zu rücken.

Einige der Aufnahmen, die in der historischen Altstadt von Zanzibar Town sowie an paradiesischen Stränden gemacht wurden sind hier online zu sehen: http://kapital.jp/collection/the-earth-style/.

Und das beste: Anousha ist nun ein offizielles Gesicht der Modefirma und gerade in Island, wo Fotos für die bevorstehende Winterkollektion gemacht werden!

Bei einem Praktikum mit World Unite! kann Euch also viel Unerwartetes erfahren…

Add comment 17. Mai 2009

„40 Jahre ohne meinen Sohn… das ist schwer!“

Achtung: rührselige Story! World Unite! ermöglicht nach 40 Jahren Kontakt zwischen Vater aus Tansania und Sohn aus Deutschland

othman_and_hajj

40 Jahre lang suchte ein Deutscher seinen Vater – unser Mitarbeiter Hajj (rechts) fand ihn auf der grünen Insel Pemba im Indischen Ozean. An der Wand das alte Schwarzweißfoto, das zum Erfolg führte.

Im letzten Jahr kontaktierte uns eine Dame aus Deutschland mit einer ungewöhnlichen Anfrage. Beim Surfen im Internet fand sie unsere Website und las, dass wir Tätigkeiten auf der zu Tansania gehörenden Insel Pemba vermitteln. Sie wusste, dass der Vater ihres Halbbruders von dieser Insel stammte und in den 60-er Jahren in der damaligen DDR eine Landwirtschaftsschule besuchte. Tansania war damals ein „sozialistischer Bruderstaat“ der DDR und es fand ein reger Austausch junger Leute zwischen den beiden Staaten statt. Vom Vater ihres Halbbruders wusste sie nur den Namen „Othman“, sie hatte eine Postfachadresse aus den 60-er-Jahren vom Postamt in Chake Chake Town, dem einzigen Postamt der Insel, sie wusste, wann Othman in der Landwirtschaftsschule in der DDR war und sie hatte ein altes Schwarzweißfoto. Sie bat uns um Hilfe, „Otto“, wie sie ihn nannte, zu finden und damit ihren Bruder überraschen zu können. Nicht so leicht, mit so wenig Informationen – immerhin hat Pemba dreihundertausend Einwohner.

Dennoch schickten wir unseren örtlichen Betreuer auf Pemba, Hajj, auf den Weg, Othman zu finden. Hajj erste Idee war, das alte Foto auszudrucken und an verschiedenen Dörfern der Inseln mit einer Suchmeldung auszuhängen. Auch fragte er Menschen auf den Straßen in Pemba, die ein ähnliches Alter wie „Otto“ hatten, ob sie den Gesuchten vielleicht kannten. Dabei meinte ein älterer Mann, Othman zu kennen, aber er war sich ziemlich sicher, dass der Gesuchte vor mehr als zehn Jahren verstorben sei. Da auch von den Suchpostern keinerlei Rückmeldung kam war sich Hajj schon fast sicher, dass der ältere Mann Recht hatte. Auch die Suche über das Postfach verlief erfolglos, da auf Pemba keinerlei Postfach-Aufzeichnungen aus jener Zeit existierten.

Da das Radio das beliebteste Medium auf Pemba ist besuchte Hajj im Dezember 2008 die regionale Sendeanstalt und bat die Moderatoren eines beliebten Programms, die wenigen vorhandenen Informationen für die Suche nach „Othman“ vorzulesen – zusammen mit Hajj’s Mobiltelefonnummer. Dies geschah Ende des Jahres und Hajj lies sein Mobiltelefon Tag und Nacht eingeschaltet, um keinen Anruf zu verpassen. Doch keiner rief ihn wegen des Suchbeitrags im Radio an.

Da Othman eine Landwirtschaftschule besuchte hielt es Hajj für möglich, dass er vielleicht bei der Inselverwaltung des Landwirtschaftsministeriums bekannt sei. Und das war der richtige Ansatz! Beim Besuch Hajjs im Amt saß dort zufällig gerade ein ehemaliger Mitarbeiter herum, der eigentlich schon in Rente war. Er erkannte das Gesicht auf dem alten Schwarzweiß-Foto und war sich ziemlich sicher, dass der Gesuchte zusammen mit seinem eigenen Bruder in
den 60-er-Jahren in der DDR war. Er war sich auch ziemlich sicher, dass Othman noch lebte und zwar im Dorf Ole auf Pemba.

Also fuhr Hajj mit seinem Motorrad ins Dorf Ole, das etwa eine Stunde entfernt war. Im Dorf zeigte er das Foto Passanten auf der Straße, die ihm sagten, es handle sich um den Sohn von Othman! Dabei war auf dem Bild natürlich nicht der Sohn Othmans abgebildet, sondern Othman selbst, aber vor über 40 Jahren!

Hajj wurde zum Haus von Othman geführt und klopfte an die Türe. Othman öffnete und Hajj sagte ihm, dass er etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen hätte. Er wurde eingelassen und die beiden setzten sich an den Wohnzimmertisch. Hajj begann das Gespräch damit, Othman zu fragen, ob dieser schonmal außerhalb Tansanias war und Othman berichtete gerne, dass er als junger Mann in Deutschland war und bei einer netten Gastfamilie lebte. Hajj fragte, ob er noch in Kontakt zu Leuten in Deutschland stünde, aber Othman berichtete, leider nicht, denn seine vorherige, inzwischen verstorbene Frau auf Pemba war eifersüchtig, dass Othman Briefe von einer Frau aus Deutschland erhielt und warf alle Briefe aus Deutschland weg, sobald sie diese im Postfach in Pemba fand. Auch das Fotoalbum aus Othmans Zeit in Deutschland hatte sie weggeworfen.

Da nannte Hajj den Namen der Familie und der vorher gut gelaunte Othman war sichtlich geschockt und sah Hajj fragend an. Hajj setzte nach und fragte Othman, ob er einen Sohn in Deutschland hätte. Plötzlich platzte Othmans aktuelle Frau ins Zimmer, die sich vorher die ganze Zeit hinter einem Vorhang versteckt hatte und zuhörte. Sie war extrem wütend und fauchte Othman an, ihr die ganze Geschichte zu erzählen und Othman verneinte, einen Sohn außerhalb Pembas zu haben. Die Situation war sehr spannungsgeladen und Othman bat Hajj, das Haus zu verlassen. Beim Gehen zeigte Hajj Othman noch das alte Schwarzweißfoto, dass er von ihm ausgedruckt dabei hatte und es war dasselbe Foto, dass gerahmt an der Wand des Zimmers hing, in dem sie sich unterhielten! Wie gelähmt stand Othman da.

Am nächsten Morgen kehrte Hajj zurück zu Othmans Haus. Othman und seine Frau schienen schon auf ihn gewartet zu haben. Beide waren  nun ruhig und freundlich. Othman hatte seiner aktuellen Frau alles erklärt und die beiden sagten, sie hätten darum gebetet, dass sie eines Tages Othmans deutschen Sohn treffen können. Auch Othmans 6 Kinder aus Pemba seien schon sehr gespannt auf ihren deutschen Bruder.

World Unite! gab den beiden Familien in Tansania und Deutschland die jeweiligen Telefonnummern weiter und sie stehen nun gemeinsam in Kontakt. Noch im Sommer 2009 wird der Sohn aus Deutschland nach Pemba fliegen und Hajj wird ihn natürlich nach Ole Village führen. Wir werden hier im Blog erzählen, wie es weitergeht.

1 comment 17. Mai 2009


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